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Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse

Hypohyse - ein Organ mit vielfältigen Aufgaben im Hormonhaushalt

Endokrine Drüsen im Gehirn

Von Geo-Science-International - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0

Die Hirnanhangsdrüse wird in Fachkreisen als Hypophyse bezeichnet. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im griechischen: "hypo" – darunter liegen, in diesem Fall unter dem Gehirn, und "phyein" aus etwas hervorwachsen, auch aus dem Gehirn. Somit liegt die Hypophyse zwar unter dem Gehirn ist aber mit diesem mit dem Hypophysenstiel verbunden.

Die Hypophyse ist eine Hormondrüse, der eine zentrale übergeordnete Rolle bei der Regulation des Hormonsystems im Körper zukommt. Sie ist eine Art Schnittstelle, mit der das Gehirn über die Freisetzung von Hormonen Vorgänge wie Wachstum, Fortpflanzung und Stoffwechsel reguliert.

Grundsätzlich kann es im Bereich der Hypophyse zu Schädigungen durch Tumoren, entzündliche Prozesse, Durchblutungsstörungen oder Traumata kommen.

Durch die verschiedenen Formen der Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse kann es zu Ausfallserscheinungen einzelner oder mehrerer Hormonachsen kommen, was eine präzise und spezielle Diagnostik und Therapie erforderlich macht.

Mögliche Erkrankungsformen der Hypophyse

  • Hormonproduzierende Tumoren (Hypophysenadenome)
  • Prolaktinom (zu viel Prolaktin)
  • Morbus Cushing (zu viel Cortisol)
  • Akromegalie (zu viel Wachstumshormon)
  • Hypophyseninsuffizienz (Unterfunktion der Hypophyse)
  • Diabetes insipidus (z.B durch Mangel an ADH)

Neben der klinischen Untersuchung besteht die Möglichkeit, die Hormonspiegel im Blut zu messen und mit Hilfe endokrinologischer Funktionsteste die einzelnen Hormonkreisläufe zu beurteilen.

Hypophyse

Ein endokrin sehr aktives Organ

Aufteilung der Hypohyse in Vorder- und Hinterlappen

Die Hypophyse ist mit dem Hypothalamus über den Hypophysenstiel (Infundibulum) verbunden und wird in Hypophysenvorderlappen (HVL oder Adenohypophyse), Hypophysenzwischenlappen (HZL) und Hypophysenhinterlappen (HHL oder Neurohypophyse) eingeteilt.

Michail Poravas - Rat und Tat in der Endokrinologie

Die Hypophyse spielt eine zentrale Rolle im Hormonkreislauf. Der Ausfall der Hypophysenfunktion hat gravierende Folgen für das Wohlbefinden.

Mögliche Symptomatik

Die Vielzahl der in der Hypophyse sezernierten Hormone prägt auch die klinische Symptomatik.

Je nach ausgefallenem Hormon, zeigt die klinische Symptomatik Wachstumsstörungen, verzögerte oder ausbleibende Pubertät, Menstruationsstörungen, Testosteronmangel, Schilddrüsenunterfunktion und Nebenniereninsuffizienz.

Ein Ausfall der Funktion des Hypophysenhinterlappens führt zu einem Diabetes insipidus.